Michael Galhaup
Themenbereiche:
Umwelt, Bezirksentwicklung,Erneuerbare Energie, Kinder
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Der Hafenwald muss erhalten bleiben
12.07.2006 | Topstory, Umwelt, Verkehr/Bezirksentwicklung, Wirtschaft/Budget, Handelskai, Prater
Wiener Hafen möchte alten Auwald roden
Die langjährigen Bemühungen des Wiener Hafens scheinen erfolgreich
Im Nahebereich des Wiener Hafens zwischen Seitenhafenstraße und Freudenauer Hafenstraße befindet sich ein dichter Auwald in dem duzende uralte Bäume stocken. Manche dieser Bäume sind über 30 Meter hoch und weisen einen Stammumfang von mehr als 5 Metern auf, zahlreiche – auch seltene und geschützte - Arten tummeln sich im Gehölz. Doch wenn es nach dem Wiener Hafen geht - weg damit!
Seit vielen Jahren bemüht sich der Wiener Hafen, eine Tochter der Wiener Holding welche sich wiederum zur Gänze im Eigentum der Stadt Wien befindet, dieses wunderschöne Biotop wegzubekommen.
Zuerst wurde erreicht, dass das Gebiet nicht mehr als Wiener Naturdenkmal deklariert ist, später wurde die Ausweisung als Brunnenschutzgebiet aufgehoben. In weiterer Folge wurde die Umwidmung des Waldes von SWW (Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel) in ein Sondergebiet (SO) in dem man bis zu 35 Metern in die Höhe bauen kann erreicht. Als letzter Schritt wird demnächst die Aufhebung der Praterschutzverordnung (der Hafenwald liegt im Landschaftsschutzgebiet) beantragt.
Hunderte Bäume gefährdet
Im Bereich des Dammes zum Donaukanal sollen rund 120 Bäume geschlägert werden. Diese Flächen sind erst seit kurzem als SWW gewidmet und wurden im Zuge des Flächenwidmungsverfahrens mit der Widmung des Hafenwaldes abgetauscht. Im Hafenwald können laut Flächenwidmungsplan rund 2/3 der Fläche gerodet werden. Auf dieser Fläche ist ein neuer Abstellplatz für Container vorgesehen, hunderte Bäume sollen fallen.
Über Ersatzpflanzungen ist derzeit wenig bekannt, doch wurde ebenfalls im Zuge des Flächenwidmungsverfahrens vereinbart, dass im Bereich der Grünhaufenbrücke eine grüne Ersatzfläche zu schaffen ist. Die Gebäude auf dieser Fläche werden derzeit abgebrochen, danach wird humusiert und die Fläche kostensparend dem natürlichen Bewuchs überlassen. Ob mit dieser Maßnahme wirklich die uralten Baumriesen im Hafenwald zu ersetzen sind, darf bezweifelt werden.
Die Grünen fordern die Erhaltung des Hafenwaldes
Der nachhaltige Ausbau der Wiener Hafens ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Die Notwendigkeit der Rodung des Hafenwaldes für einen - weit abseits liegenden - asphaltierten Containerlagerplatz ist aber nicht nachvollziehbar. Es kann nicht im langfristigen Interesse der Stadt liegen, diesen hochwertigen Grünraum zu opfern. Die Grünen Leopoldstadt fordern die Erhaltung des Hafenwaldes.
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